Künstlerhaus Koperniczky

„Ich bin in der Einöde vom verschneiten Bakony-Gebirge im Februar 1922 geboren. Bald kam ich aus der Heimat der Betyaren ins Heimatdorf von Jóska Savanyú, nach Izsákfa in Kemenes ins Komitat Vas. Hier lebte ich meine märchenhafte Kindheit. Ich schreibe da märchenhaft, weil ich alles als wunderbar sah.“
So erinnerte sich István Koperniczky in seinem Lebenslauf zurück, sein Vater war Wirt für den Benediktinerorden in Pannonhalma, zuerst in der Einöde Bakonyjákó-Járiföld, dann in Izsákfa in Kemenes.

Seine Schule absolvierte er im Gymnasium Szent Mór in Pápa von 1932 bis 1940. Nach den Jahren des Gymnasiums wurde er Medizinstudent an der Ungarischen Königlichen Wissenschaftsuniversität Pázmány Péter. Hier traf er die Künste und entdeckte die Halle der Künste, wo er bei der Betrachtung der Werke von László Paál bewusst wurde, dass er von der Malerei angezogen ist. Neben dem Medizinstudium besuchte er auch das Lager des Museums und beobachtete die dort aufbewahrten Gemälde. Er begann später auch selbst zu malen, dabei schaute die von den großen Künstlern angewendeten Techniken ab. Er wurde allmählich immer erfolgreicher.

Der an der Grenze von Kemenes befindliche Wald von Enyi wurde das Lieblingsthema seiner Bilder, da er sich immer nach Hause sehnte, war er von der Landschaft, der Dorfgemeinde und seiner Familie angezogen. Später nahm er den Künstlernamen Enyi auf. Sein Medizinstudium beendete er während des Krieges in Deutschland.

Anstatt der wunderbaren Kindheit kam aber bald die Entbehrung. Nach dem politischen Wechsel wurde die Familie „klassenfremd“, da sein Vater für den Bediener der Priester gehalten wurde. Ihnen nahm man ihre Wohnung und Möbel weg. In dieser schwierigen Lage blieb der Sohn als Ernährer der Familie daheim. Er arbeitete im Wald von Enyi als Hilfsarbeiter, um die Familie ernähren zu können. Diese Periode war das größte Leiden seines Lebens, er musste viel entbehren, wie er auch darüber schrieb: „ … an der Grenze von Sein und Nicht-Sein kämpfte ich für meine Eltern und Geschwister.“

Nach der Revolution im Jahre 1956 führte ihn das Schicksal ins Lungensanatorium im Schloss Erdődy neben dem Somló, wo er als Röntgenarzt Arbeit bekommen hat. Der riesige Park des Schlosses sorgte für Thema für immer neuere Gemälde.

Wir von Doba sahen István Enyi immer mit Staffelei, Pinseln und Fotoapparat um seinen Hals, mal beim Bach Hajagos an der Dorfgrenze, mal auf den Wegen zum Somló. Während der hier verbrachten Zeit wurde Somló, oder die Königin Somló, wie er den Berg zu nennen pflegte, das Lieblingsthema seiner Malerei.

Diese Gegend hat er lieben gelernt und kaufte ein kleines Gehöft beim Fuß von Somló, wo er später sein Künstlerhaus „Tündértanya“ aufbaute. Wie er sich leisten konnte, baute er auch eine Kapellen-Galerie hinter das Gebäude mit dem Strohdach, da er seine Werke so vorstellte: „Ich versuchte die Schönheit Gottes durch die Kunst darzustellen.“

In der Galerie sind 60 Gemälde von ihm zu sehen. Nach seinem Tod im Jahre 2006 fanden seine irdischen Überreste – nach seinem letzten Willen – in der dort gebauten Urne die ewige Ruhe. In seinem Nachlass überließ er all sein Vermögen an Mobilien und Immobilien, seine heiß geliebten Gemälde – vor allem über die Königin Somló – der Gemeinde von Doba, mit der Bedingung, dass man den Nachlass angemessen pflegt, in einem hält und für die Nachwelt aufbewahrt.

Die Ausstellung kann nach vorheriger Anmeldung besucht werden.
Bürgermeisteramt von Doba: 36-88/502-920.

GPS Koordinaten

Nord: 47.158671000; Ost: 17.374863000;