Heilanstalt – Schloss Erdődy

Das Schloss Erdődy in Doba wurde im Jahre 1839 im klassizistischen Stil errichtet. Zum Bau verwendete man auch die Steine der Somló-Burg. Das einstöckige Gebäude mit Tympanonfassade, Dor-, Ion-Säulenkapitell befindet sich in der Mitte eine groß angelegten, wunderschönen Arboretum.

Das ursprünglich als Sommerschloss geplante Gebäude wurde vom Graf Károly Erdődy (Kajetán Erdődy), der Obergespan von Várad am Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem höchsten Punkt des Parks, auf dem Hügel namens Somlóvár errichtet. Der Planer war Charles Moreau, ein namhafter französischer Architekt, die Arbeiten wurden vom Bauleiter der Kathedrale von Szombathely János György Anreith und Donát Woyta geleitet.

Die nötigen Materialien, sowie Schlosserarbeiten, Parkett, Türe ließ man aus dem Ausland, die Meister aus Mähren, Kroatien, Italien und Wien ankommen, wenn man in den Gehöften im Komitat Vas und Veszprém keine entsprechenden Materialien oder Fachleute finden konnte. Der Grundriss und das Fassadensystem zeigt ein klares, dem Geist vom Klassizismus entsprechendes Bild. Unter dem Portikus der Hauptfassade öffnet sich die Vorhalle mit der vom Engl aus Wien geplanten Treppe zum Obergeschoss. Aus dem damit verbundenen Flur hat man Zugang zu den Zimmern.

Das südliche und nördliche Ende vom Gebäude wird von jeweils einer als architektonische Masse an der Fassade erscheinenden Halle abgeschlossen. In der südlichen als Wintergarten und Pflanzenhaus gebauten Halle blieb der aus dieser Zeit bekannte, größte Mosaikboden erhalten. Nach dem mit Jahreszahl versehenen Familienwappen wurde das Gebäude im Jahre 1839 errichtet.

Auch der das Schloss umgebende, zurzeit geschützte Park wurde von Charles Moreau entworfen. Für Elemente des Englischen Gartens, für Bäume und Büsche sorgte die Landschaft selber. Der Planer benutzte die gegebene natürliche Umgebung, nur die Gewässer musste man zwischen die Wälder und die Weideländer platzieren. Der Park ist auch im internationalen Register der englischen Gärten angeführt.

Der auf dieser Weise entstandene Schlossgarten ist in Ungarn einzigartig. Nicht nur wegen der Größe (er ist so groß wie das Budapester Stadtwäldchen: 100 Hektar), sondern auch wegen seiner Konzeption für Gartenbau betrachtet man ihn als wesentlich. Der Garten sitzt tatsächlich „in der Landschaft“, aus dem Schloss hat man eine meisterhafte Aussicht auf Gebäude in großer Entfernung.

Da dieser Garten in die erste Gruppe der drei Generationen der Landschaftsgärten (klassisch, sentimental und Sammelgarten) gehört, stehen hier keine Gartenbauten, Pavillon, Obelisken, Gedenkbänke. Hier erreichte man die Wirkung „nur“ mit malerisch komponierten Pflanzengruppen.

Auf den Kontinenten wurden die meisten frühen Landschaftsgärten umgestaltet und die dem Interesse der Eigentümer entsprechenden Bauwerke errichtet. In diesem Garten erfolgte es wahrscheinlich auch später aus dem Grund nicht, weil fast jedes Mitglied der Familie Erdődy landesweit bekannter Pflanzenliebhaber war und sie hielten die Bäume und Büsche in ihrem Garten für den höchsten Wert. Dieses Gebäude war eine evangelische Schule.

Das Schloss war bis 1945 Eigentum der Familie. Sie flohen vor den Soldaten der Roten Armee nach München, wo sie bei der Familie Wittelsbach Unterkunft fanden. Wie das Schicksal ist, wohnten dann die Wittelsbacher nach ihrer Flucht vor den Nazis bei der Familie Erdődy.

Nach dem Krieg wurden ein Lungensanatorium, dann ein Institut für Soziotherapie zwischen den Mauern des Schlosses unterbracht. Seit einigen Jahren übernahm die Staatliche Verwaltung der Denkmäler die Rolle der Vermögensverwaltung. Auch der den Preis Europa Nostra gewonnene Konzeptionsplan zur Wiederherstellung wurde von Gábor Alföldy, Landschafts- und Gartenbauer fertiggestellt. Die jetzige Rekonstruktion und die Erschließung für den allgemeinen Wohlstand ermöglichen den eingeschränkten Besuch des Instituts, was nach vorheriger Anmeldung erfolgen kann.

GPS Koordinaten

Nord: 47.169657000; Ost: 17.390521000;