Evangelische Kirche, Somlószőlős

Der auf dem Gebiet des Dorfes verbreitete evangelische Glauben schaut in die 1530-er Jahre zurück. In der türkischen Belagerungszeit gab es nicht viele Gläubiger des katholischen Glaubens in den zur Umgebung der Burg Nagyvázsony (unter der Führung des Burgkapitäns Zichy) gehörenden Siedlungen und es konnten man auch mit kaiserlichen Verordnungen nicht verhindern. Diese Gebiete waren zuerst Grenzburgen, dann später Gebiete mit doppelter Besteuerung. Leopold gewährte den Soldaten ( und den Anwohnern) der Burg von Nagyvázsony Religionsfreiheit, genauer gesagt er duldete Menschen mit anderem Glauben auf diesem Gebiet und nicht einmal Maria Theresia konnte diesen Zustand ändern, dann wurde es vom Toleranzpatent vom Joseph II. bereits genehmigt.

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Das Prinzip „cuius regio, eius religio” – wessen Gebiet, dessen Religion – konnte in der Siedlung Somlószőlős nicht durchgesetzt werden. Aus der Geschichtsschreibung ist es bekannt, dass die Familie Zichy das katholische Pfarramt des Dorfes im Jahre 1724 neu organisierte und sie nahmen die uralte Kirche von der evangelischen Kirche zurück.

Die Familie Zichy aus Nagyvázsony gab den Lutheranern auf Anweisung des Königs kostenlos ein flaches, sumpfiges Gebiet. Sie bedankten sich für dieses Geschenk und legten den Sumpf mit fleißiger Arbeit trocken. Zuerst bauten sie eine Heckenkirche. Die lokalen Tradition besagt, dass sie diese Heckenkirche zerlegten und im Wald versteckten, wenn bischöfliche Kontrolle kam, um zu schauen, ob außer Katholiker auch Leute anderer Religion im Dorf wohnen. Dieses Gebäude brannte im Jahre 1779 ab. Das Toleranzpatent von Joseph II ermöglichte nach 1781, dass die einzige lutherische Kirche der Gegend in weißer Farbe und im Barockstil 1795 aufgebaut werden konnte. Das Kirchenschiff und das Oratorium befinden sich im Hof der Parochie, der zugebaute Turm steht aber auf der Straße.

Wenn man unten in den Turm eintritt, öffnet sich ein mit von drei Seiten mit Laufgang umgebener Innenraum. In der Mitte stehen das spätbarocke Alter und die Kanzel, sowie die auf der Seite des Turmes die im Jahre 1966 gebaute Orgel. Im Turm befinden sich zwei Glocken und rufen die Gläubigen zum Gottesdienst. In der Nachbarschaft der Kirche steht das Gemeindehaus, das in einem auch das Zuhause des Pastors der Evangelischen Kirchgemeinde von Somlószőlős ist. Vor diesem Haus steht die Büste vom Schriftsteller, Sprachreformer und ersten Sekretär der Ungarischen Wissenschaftsakademie Gábor Döbrentei, der der Sohn des die Kirche erbauenden Pastors war.

Auf der anderen Seite der Kirche steht die alte Schule der Siedlung. Dieses Gebäude war eine evangelische Schule. Es gab eine Periode im Leben des Dorfes, als zwei Pastoren und zwei Lehrer die Arbeit in der Glaubensgemeinschaft verrichteten.

GPS Koordinaten

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