Die Burg von Somló

Die Burg von Somló (oder die Somlóer Burg) ist neben Doba, auf der nördlichen Seite vom aus Basalt bestehenden Berg von Somló zu finden. Die Burg war früher schwer zugänglich, vor der Südseite gibt es einen acht Meter großen trockenen Graben, an einem Ende gibt es eine Schlucht, am anderen Ende steht ein Berg.

Der Grundriss der Burg ist ungleichmäßig, sowie mit inneren Türmen und mehreren Höfen versehen. Über der Schlucht führt eine erhalten gebliebene Zugbrücke, die in eine enge Gasse mündet, diese führt jetzt zum Vorhof.

Dieses Gebiet wird von der mit Tonnengewölbe ausgebauten Unterkunft der Wache vom Westen begrenzt, die südlichen und östlichen Wände werden von Steinspalten umgeben. Aus dem Vorhof gelangt man über eine Zugbrücke und durch eine sehr enge Gasse in den Innenhof. Hier befindet sich der am meisten charakteristische, sechseckige Turm der Burg. Laut den alten Schriften war früher die Küche hier. Heute wird eher vermutet, dass dieser Raum als Kapelle diente.

Nach dem Volksmund stand hier eine nach dem Tatarensturm erbaute Steinburg. Schriftlich belegt wird die Burg erst im Jahre 1352 erwähnt, als König Lajos der Große die Burg von János dem Sohn von Csenik wegnahm und Benedek dem Sohn von Heim gab. Die Urkunde registriert die Burg unter dem Namen castrum Somlo.

Zwischen 1370 und 1380 war sie eine königliche Burg. 1389 gelang die Burg in die Hände vom Palatin Miklós Garai und seinem Bruder als die Spende von König Zsigmond, dann war die Burg im Eigentum der Familie Rozgonyi zwischen 1443 und 1463, aber vor 1464 tauschte sie mit der Familie Anthimia aus Tapsony. Sie verloren die Burg 1464 wegen des Urteils von König Matthias, so wurde ihr neuer Eigentümer der königliche Pferdemeister László Kanizsai bis zum Jahr 1470, als die Burg wieder in die Hände der Familie Garai gelang. Nach dem Kauf und Verkauf schenkte König Matthias das Gebiet Pál Kinizsi.

Nachher wurde die Burg von Verpfändung und finanziellen Problemen belastet. Im Jahre 1495 wurde die Burg Eigentum der Familie Szapolyai, von der noch in diesem Jahr der Erlauer Bischof Tamás Erdődi Bakócz für damalige 12 Tausend goldenen Forint. Zu dieser Zeit begann die Burg in dieser Umgebung eine wesentliche Rolle zu spielen.

Tamás Bakócz ließ die Burg umfassend renovieren, was eine Menge Geld aus seinem Vermögen verbrauchte. Die Burg mit Überwachungscharakter ließ er in ein schönes Burgschloss der italienischen Renaissance umbauen. Treu zu seinem kirchlichen Rang ließ er eine Kapelle in der Burg errichten, welches bis dahin fehlte. Während der Arbeiten wurden die auch heute stehenden, geschnitzten Fenster- und Türrahmen und der Turm der Kapelle errichtet.

Nach dem Niederschlag bei Mohács (1526) war die Burg zum Tode verurteilt, hielt aber gegen die kleineren, durchziehenden türkischen Truppen mit Stolz stand. Im Jahre 1543 war die große türkisch-ungarische Schlacht unter der Burg von Somló, was mit dem Töten von 3000 Türken endete. Sie wurde zur stärksten Burg in ungarischer Hand, aber nicht nur in der Umgebung, sondern auch in der ganzen Landschaft.

Um ein anderes Familiengrund (Vörösvár) zurückkaufen zu können, verpfändete und dann verkaufte Péter Erdődy András Csoron die Burg im Jahre 1548. Das Eigentumsrecht der Familie wurde aus diesem Grund für einige Jahrhunderte unterbrochen.

András Csoron nahm die Aufgabe des Kampfes gegen die Türken sehr ernst. In Devecser ließ er sein anderes Burgschloss aufbauen, so sicherten die zwei Festungen den Schutz der ungarischen Gebiete gegen die osmanischen Truppen. Nach dem Tod von Csoron gelang die Burg in den Besitz von seinen Töchtern, dann erbte die Familie Listi von Anna Csoron die Burg im Jahre 1597. Danach erfolgte ein langfristiger Erbprozess gegenüber dem königlichen Hof. Der Zustand der Burg verschlechterte sich sehr und war ernsthaften Gefahren ausgesetzt.

Die Mitglieder der Familie Listi sind in den Kämpfen gegen die Türken nacheinander gefallen. Am Ende wurde der auch als Dichter bekannte László Listi der Eigentümer. Der Burgherr ließ seine Chronik in Gedichtform in zwei Bänden über die Schlacht von Mohács 1653 erschienen, womit er seinen Namen in der Literaturgeschichte verewigte. Nach Tamás Bakócz war er die bedeutendste Gestalt in der Geschichte der Burg. 1638 verstärkte er das Bauwerk. Er war außerdem noch illegitim, weil die Habsburger ihn mit Verdacht auf Mord, Brandstiftung, Prägung von Falschgeld und Raub zum Tode verurteilt hatten.

Während des Freiheitskampfes von Rákóczi war die Burg wegen ihrer nördlichen Lage lange Zeit im Besitz der kaiserlichen Truppen. Erst im Jahre 1707 befreite Bottyán Vak die Burg. Nach dem Freiheitskampf von Rákóczi erlosch ihre strategische Rolle und begann ein langjähriger Verfall.

Ab 1721 war der Zustand der Burg von Somló miserabel. Nach dem Freiheitskampf von Rákóczi versuchte die Familie Erdõdy auf juristischem Weg und auch für einen wesentlichen Geldbetrag das Eigentumsrecht der Burg wieder zu erwerben. Sie kauften aber nicht nur die Burg, sondern auch die umliegenden Dörfer (Alsóság, Bánd, Szergény, Doba, Csúr, Jánosháza), so bekamen sie bis zum 1820 die ganze Burgruine und die gesamte Gegend. Anstatt die Burg neu zu bauen, errichteten sie lieber in Doba eine neue „Burg von Somló“. Hier war die Familie Erdődy ganz bis zum 1945 die Eigentümer vom Burggelände.

GPS Koordinaten

Nord: 47.150223000; Ost: 17.369531000;